Wer aufmerksam durch Siedlinghausen geht, dem fallen sie schnell auf: Aufkleber auf Verkehrsschildern, Mülleimern, Stromkästen oder Bushaltestellen. Manche Schilder sind inzwischen kaum noch zu erkennen, an einigen Stellen kleben bis zu 15 Aufkleber übereinander. Vor allem Fußballaufkleber prägen das Bild.
Dass sich daran etwas ändert, dafür sorgt Michael Mingeleers. In seiner Funktion als Ortsheimatpfleger ist er regelmäßig im Ort unterwegs und entfernt die Aufkleber. „Es sieht einfach nicht gut aus und verschandelt das Ortsbild“, sagt er. Mit dabei sind häufig auch seine Kinder Maxi und Magdalena, die ihrem Vater beim Säubern helfen.
Angefangen hat Michael vor einige Monate vor dem großen Jubiläumsschützenfest. Inzwischen hat er schätzungsweise 200 bis 250 Aufkleber entfernt. Besonders betroffen sind Verkehrsschilder, Stromkästen, Mülleimer, die Logosäule der Volksbank sowie Schilder an der Bushaltestelle. Dort wurden sogar die Haltestellennamen überklebt, sodass sie teilweise nicht mehr lesbar waren. Auch an einem Verkehrsspiegel an der Sorpestraße klebten Aufkleber und beeinträchtigten die Sicht.
Neben den Aufklebern kümmert er sich auch um Graffiti. Unter anderem entfernte er Schmierereien an Stromkästen, beispielsweise am Haus des Gastes oder am Briefkasten in der Ortsmitte. Dafür nutzt er ein spezielles Reinigungsmittel, dessen Anschaffung vom Ortsvorsteher unterstützt wurde.
Allerdings stößt die Methode auch an ihre Grenzen. Kleinere Graffiti lassen sich zwar entfernen, für größere Flächen eignet sich das Verfahren jedoch nicht. Deshalb bleiben die blau-weißen Graffiti auf den Stromkästen am Ortsausgang vorerst bestehen. Hier werden die Eigentümer tätig werden müssen.
Für Michael Mingeleers geht es darum, das Ortsbild sauber und gepflegt zu halten. Gleichzeitig hofft er, dass weniger Aufkleber wahllos auf Schildern und öffentlichen Einrichtungen landen. Denn jedes einzelne muss später wieder mühsam entfernt werden.

