Neue Kategorie in der Siedlinghausen aktuell

Nachdem wir die tollen Vereine unseres Ortes vorgestellt haben, starten wir in dieser Ausgabe mit den Stammtischen. Denn auch sie gehören fest zum Dorfleben dazu. Neben geselligen Abenden mit vielen lustigen Anekdoten, beteiligen sich außerdem viele an Aktionen und Projekten im Dorf. Sie packen mit an, spenden oder richten Partys aus. Den Start legen die „Ballerfratzen“ hin. Lest ihre lustige Story

Stammtisch „Die Ballerfratzen“

Neben den Vereinen im Ort tragen zahlreiche Stammtische und Kegelclubs zum geselligen Miteinander in einem Dorf bei. Wir werden in den nächsten Ausgaben nach und nach die n.e.Vs (nicht eingetragen Vereine) vorstellen. Um einen kleinen Vorgeschmack zu erhalten, beginnen wir direkt mit einem Highlight! In dieser Ausgabe stellen wir den legendären Stammtisch „Die Ballerfratzen“ vor.

Es war einmal eine Gruppe gutaussehender junger Männer, die sich von der Schule oder vom Sport her kannten und sich bereits über einige Jahre vorher an den Wochenenden zum „Ballern“ trafen. Irgendwann kam die Idee, einen Kegelclub zu gründen. Die offizielle Gründung fand vor über 28 Jahren am 31. Oktober 1993 statt. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Bernd Brockmann, Christian Blaufuss, Christian Köster (Päule), Markus Köster (Bödefeld), Axel Kräling, Marco Kräling, Tobias Meister, Ralf Michalski, Andreas Rohleder, Rainer Senge, Markus Siepen, Gerrit Simon, Stefan Theine, Christian Rahmfeld und Marcell Wiese. Schnell war ein Name gefunden: „Die Ballerfratzen“.

Neben den ersten und zweiten Vorsitzenden sowie dem Kassierer kommt dem Schriftführer alljährlich eine besondere Bedeutung zu. Nicht immer kann man sich am nächsten Tag daran erinnern, wer bei der jährlichen Generalversammlung überhaupt gewählt wurde. Glücklicherweise werden die Beschlüsse und Wahlen protokolliert und es kann nachgelesen werden. Bis auf einmal: Da hatte auch der Schriftführer zu viel gebechert und das Protokoll laß sich anschließend wie ein EKG. Komplettiert wird der Vorstand vom Minister für Sex, Drugs und Alkohol. Eine Aufgabenbeschreibung erübrigt sich an dieser Stelle.

Zunächst wurde nun alle vier Wochen freitags im Kolpinghaus gekegelt. Da nach einigen Jahren die Kegelleistungen sich nicht deutlich besserten, wurde die Schuld dafür in der Kegelbahn gesucht. Also wurde umgezogen. Anschließend wurde über mehreren Jahren mit teils hohem sportlichem Einsatz im ehemaligen Hotel Schulte-Werneke gekegelt. Die Leistungen stagnierten aber, die Motivation litt. In einer hart diskutierten Generalversammlung wurde beschlossen, sich zu einem Stammtisch umzuwandeln, der sich aktuell alle vier Wochen reihum in den Siedlinghauser Kneipen trifft.

Im Laufe der Jahre verließen mit Christian Blaufuss, Markus und Christian Köster drei Mann die Ballerfratzen. Allerdings konnten die in Siedlinghausen „Gestrandeten“ erfolgreich integriert werden. So stießen Thorsten Peters (Bödefeld), Markus Schreckenberg (Brilon) und Hannes Rudolph (Mannheim) dazu. Nicht immer erfolgte das Aufnahmeprozedere zur Zufriedenheit aller Mitglieder. So wurde Toto Peters rüde empfohlen, nachdem er das Aufnahmeritual vermasselte: „Du blöder Bödefelder, mach Dich wieder über den Berg.“ Er ließ sich nicht davon beeinflussen und blieb. Gut so.

Zwischenzeitlich wurde überlegt, den Club in „Die Fruchtzwerge“ umzubenennen. Ende der 90er Jahre wurde die Arithmetik Haus-Baum-Kind umgekehrt. Es war für die Ballerfratzen typisch mit dem Letzteren anzufangen, und das ungeplant. Mit Spannung wurden damals die monatlichen Treffs erwartet, wenn wieder einer anfing: „Bevor ihr es beim Bäcker oder anderswo erfahrt, ich habe Euch was zu sagen …“ Heute freuen wir uns über 26 Baller-Kids und einem Enkelkind.

Die Highlights sind natürlich die Fahrten, die jährlich von zwei Fratzen geheim geplant werden. Die erste Tour ging 1996 nach Berlin. Weitere Touren in Städte oder zu typischen Stammtisch-Zielen folgten. Zweimal war der Stammtisch im 17. Bundesland auf Mallorca. Bis heute ist noch nicht ganz geklärt, was dort im Jahr 1998 exakt geschah. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, die Ballerfratzen wurden des Hotels verwiesen und mussten am Strand schlafen. Und der Sprössling des damaligen örtlichen Bauunternehmers hätte eine Nacht im Knast ausharren müssen.

Kurios war die Fahrt ins Allgäu zum Almabtrieb. Nicht nur, dass der eigentliche Grund für die Fahrt, nämlich der Almabtrieb in Sonthofen, eine Woche vor unserer Fahrt stattfand, die Ballerfratzen eine Wildwasser-Rafting-Tour ohne Wildwasser unternahmen und zu allem Überfluss, unser General Rainer das „Pech“ hatte, mit einem Fahranfänger der Münchener Verkehrbetriebe mitzufahren, der falsch abgebogen war und sich mit der U-Bahn in München verfahren hatte.

Unerwähnt darf auch nicht bleiben, dass die Ballerfratzen mit Christian „Rahmmi“ Rahmfeld und Axel Kräling zwei Schützenkönige in ihren Reihen haben.
Wie vor 28 Jahren wird der Stammtisch heute von dem ersten Vorsitzenden Markus Siepen angeführt. Nach zwei Jahren Corona gehen die Ballerfratzen Ende September wieder auf Tour. Wohin es geht? Das bleibt bis zur Abfahrt geheim.